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Nachruf zu Felicia Langer: 1930 – 2018

Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) trauert um Felicia-Amalia Langer, einer herausragenden Menschenrechtsaktivistin, die am 22. Juni im Alter von 87 Jahren verstarb.

Als Tochter jüdischer Eltern 1930 in Polen geboren, war ihre Jugend von der Flucht vor den Nationalsozialisten geprägt. Viele ihrer Verwandten fielen dem Holocaust zum Opfer, andere der Unterdrückung in der Sowjetunion. 1950 wanderte sie zusammen mit ihrem Ehemann nach Israel aus und studierte dort Rechtswissenschaft. Nach dem Sechstagekrieg 1967 wurde sie politisch aktiv und verteidigte als erste israelische Anwältin Palästinenser vor israelischen Militärgerichten.

Seit jeher war sie eine engagierte Verteidigerin von Menschenrechten, insbesondere die der Palästinenser. Im Jahr 1990 zog sie nach Deutschland, wo sie unter anderem auch Lehrtätigkeiten an den Universitäten in Kassel und Bremen wahrnahm.

Felicia Langer setzte sich auf vielen Ebenen ein; sie war Anwältin, Autorin, Vizepräsidentin der Israelischen Liga für Menschenrechte, Schirmherrin des Vereins Flüchtlingskinder im Libanon e.V., Unterstützerin des Russel-Tirbunal zu Palästina. 1990 erhielt sie den Right Livelihood Award und 2009 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse als Anerkennung für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte.

Khallad Swaid, Präsident der IGD sagt: „Felicia Langer erlebte selbst Flucht und Vertreibung und verbrachte den Großteil ihres Lebens damit, Menschen, denen es ähnlich erging, zur Seite zu stehen – sie ist zurecht ein Vorbild für viele Menschen. In Mitgefühl sprechen wir ihrer Familie und ihren Freunden unser aufrichtiges Beileid aus.“

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