Ramadan – Rückblick 2016

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Ramadan – Rückblick 2016 aus IGD-Sicht:

Ein segensreicher und ereignisreicher Monat geht zu Ende. Muslime und
Mehrheitsgesellschaft sind sich in diesem Monat nähergekommen.

Bundespräsident Dr.Gauck, Außenminister Dr.Steinmeier, Vizekanzler Sigmar Gabriel und viele andere Politiker sind mit Muslimen zusammengekommen und haben das Gespräch gesucht, um trotz Unterschiedlichkeit gemeinsam diese Welt zum Guten gestalten zu können. Dies ist auch ein Leitmotiv im Islam.

So heißt es im Koran: Und wenn Allah wollte, hätte Er euch wahrlich zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber (es ist so,) damit Er euch in dem, was Er euch gegeben hat, prüfe. So wetteifert nach den guten Dingen! Zu Allah wird euer aller Rückkehr sein, und dann wird Er euch kundtun, worüber ihr uneinig zu sein pflegtet. Sure 5:48

 

Außenminister Steinmeier dankte in seiner Rede den vielen Menschen, die den Dialog herstellen, das Gespräch fördern, Brücken bauen – zwischen Christen, Muslimen, Juden, zwischen Neuankömmlingen und Alteingesessenen.

Bundespräsident Gauck begrüßte in seiner Rede, dass Muslime und Nichtmuslime einander mit Respekt begegnen. Sie seien bereit, aufeinander zuzugehen. Muslime lassen andere an ihren religiösen Festen teilnehmen. Nichtmuslime stehen nicht abseits, sie geben ihre Distanz auf. Diese Art von gegenseitiger Neugier, gegenseitiger Empathie und gegenseitigem Vertrauen ist im nachbarschaftlichen Umfeld Vorbild für das, was wir uns für unser Land als Ganzes wünschen: ein friedliches Miteinander von Verschiedenen. Das ist eine Unterstützung für die friedliebenden Muslime, die in unserer Gesellschaft die weit überwiegende Mehrheit darstellen. Und es erschwert jenen das Handwerk, die den Islam
missbrauchen, um abscheulichste Verbrechen zu rechtfertigen.

Die goldene Regel aller großen Religionen gemeinsam ist ganz einfach: Behandele andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.

Gemeinsam mit dem Evangelischen Bischof von Berlin-Brandenburg, Markus Dröge, folgte Vizekanzler Gabriel die Einladung des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, und des Botschafters der Vereinigten Arabischen Emirate, Ali Abdulla Al Ahmed, in dessen Hallen nach Berlin-Tiergarten. Der IGD-Präsident Samir Falah war auch anwesend.

Im Düsseldorfer Landtag nahmen am 8.6.16 ca. 200 Vertreter der Muslime in NRW am alljährlichen Iftar-Mahl teil. Die Eröffnungsrede hielt die Gastgeberin Frau Carina Gödecke, die zahlreichen Anwesenden (Vertreter anderer religiösen Gemeinschaften und des diplomatischen Corps) willkommen hieß. Sie unterstrich die Wichtigkeiten des gesellschaftlichen Zusammenhaltes aller Bewohner unseres Bundeslandes, besonders in heutigen Zeiten. Sie warb um aktive Teilhabe an der Gestaltung der Gesellschaft und um den Einsatz für den Zusammenhalt.
Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales bedankte sich bei den muslimischen Vertretern für Anstrengungen, die diese im Rahmen ihrer Flüchtlingsarbeit leisten, obwohl ihre finanziellen Mittel begrenzt sind.

Die Moscheen kochten täglich für Hunderte von Gästen, insbesondere für Flüchtlinge und Studenten, so z.B. die muslimische studentische Vereinigung der Uni Stuttgart MSU und die IGD eV. an den 250 Teilnehmern Studenten in der Stuttgarter Moschee teilnahmen.

Auch in die Bildungs-und Begegnungsstätte in Arnsberg(BBA) wurde am 11.6.16 für über 150 Gäste gekocht.

Unter der Schirmherrschaft des ZMD und in Kooperation mit dem Islamic Relief und dem Alnour Bildungsverein fand am 18.6.16 ein Flüchtlingsiftar in Düsseldorf in Bobbolino statt. Es kamen 400 Gäste. Die Großen lauschten den Sinn des Fastens zu und die Kleinen konnten sich im Indoor Spielplatz austoben. Es war eine schöne Premiere, die sicherlich in der Folgejahren ihre Nachahmer finden wird.

Der Ramadan Pavillon ist ein Ort für den Austausch zwischen einer Vielfalt der Hamburger Kulturen und auch zwischen der Vielfalt der muslimischen Gemeinden in Hamburg. Hochrangige Laudatoren wie Andy Grote (Innensenator Hamburg), Falko Droßmann (Bezirksamtsleiter HH-Mitte) und Aiman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime) würdigten dies während des Ramadan-Pavillons. Die Ergebnisse der Fußball-EM wurden während des Pavillons aktuell mitgeteilt.

Der 8. Ramadanzelt in Marburg fand dieses Jahr vom 16.6.16 bis 18.6.16 mit täglich über 1000 Teilnehmern statt. Auch hier waren VertreterInnen der großen drei Religionen und Repräsentanten der Stadt Marburg dabei.

Am 27.6.16 lud die SPD-Generalsekretärin Dr. Barley muslimische, christliche und jüdische Vertreter ins Willy-Brandt Haus zu einem gemütlichen Kulturabend in Ramadan ein. Imam M.Taha heilt dort ein Begrüßungswort.

Auch innerislamisch wird der Fastenmonat zum regen Austausch genutzt. So fand am 17.6.16 in der IGMG-Zentrale in Köln ein Iftar mit den islamischen Verbänden und auch in Anwesenheit der FIOE-Präsidenten Abdallah Ben Mansour statt.

Fast alle Moscheen und Gemeinden luden täglich zum Iftar ein. Hier einige Bespiele:

Auch im IZ Frankfurt (60 Personen werktags und 180 Wochenende) und München (250-300 täglich), Annur Moschee Karlsruhe (400 werktags, 800 Wochenende) fanden täglich Iftare statt. Dieses Jahr kamen mehr Studierende und Flüchtlinge zum Iftar als in den früheren Jahren. Es wurde auch mit 2 Aufnahmeeinrichtungen Iftare (je 200 Personen) durchgeführt und eine Feier (ca. 400 Personen) zum Fest sei geplant.

Der diesjährige IGD-IFTAR in Berlin am 26.Juni 2016 fand unter dem Motto:

Gesichter Deutschlands: Das neue WIR

Vertreter der Dachverbände wie der Islamrat, ZMD IFB, IBMUS und weitere Berliner Verbände wie IGMG Berlin nahmen teil. Es haben 240 Personen am IFTAR teilgenommen.

Ibrahim El Zayat, Burhan Kesici (Islamrat), Morat Gül (IFB) M. Hajjaj (ZMD Berlin) und M. Abd Arrazak (IBMUS) haben ebenfalls kurz zum Motto vorgetragen.

Samir Falah sagte in seinem Grußwort: „Wir versammeln uns heute und hier zum IGD-Iftar, das ist ein Segen in diesem gesegneten Monat.“

Ramadan verbindet uns, Ramadan bringt uns zusammen. Es ist meistens so, dass viele von uns sich in Ramadan öfter sehen als sonst: zum Fastenbrechen, zum Tarawih…

Durch die zahlreichen Iftar-Veranstaltungen in verschiedenen Formen und Orten (unter sich, mit der Politik und Gesellschaft…), durch die mediale Betrachtung des Fastenmonats Ramadan, erkennen wir deutlich, dass der Islam und die Muslime heute anders wahrgenommen werden als vor einigen Jahren, nämlich sie sind da, sie sind präsent, sie sind fast angekommen… ich betone auf fast.

Die Muslime, Vereine und Verbände finden sich in den Werten wie Nächstenliebe,
Hilfebereitschaft, Willkommenskultur wider. Sie beschützen sie, sie verteidigen sie. Sie leisten große Arbeit und das meistens ehrenamtlich. Vor zwei Wochen haben sich viele Moscheegemeinden und Verbände an der Aktion „Menschenkette gegen Rassismus“ beteiligt.

Die Muslime haben klar und unmissverständlich gesagt, dass Terror und Gewalt nicht im Namen des Islam, der Religion, zu legitimieren ist.

Auf der anderen Seite wächst die Angst vom Fremden, von Konflikten, von Terroranschlägen, von stetig steigendem Rechtspopulismus. Die Zahlen sind erschreckend: Brandanschläge auf Flüchtlingsheime, auf Moscheen, Beschimpfungen und sogar Kriminaltaten gegen Muslime gegen Fremde und vor allem Frauen mit Kopftuch. Das ist eine neue Dimension!

Das führt zu Hass und Radikalisierung, zur Spaltung in der Gesellschaft und das BREXIT ist ein Zeichen dafür.

Das sind reale Herausforderungen die uns zu mehr Verantwortung leiten und bewegen sollen. Unsere Rolle in der Gesellschaft ist mehr wichtiger denn je. Wir, die Muslime, mit allen Kräften der Gesellschaft, die an die menschlichen Werte glauben sind gegen die Spaltung der Gesellschaft, gegen das säen von Hass, für das friedliche Miteinander.

Lasst uns in diesem segensreichen Monat Ramadan, Barmherzigkeit, Mitgefühl und Solidarität mit den unterdrückten und schwachen Menschen in dieser Welt zeigen, mit den Flüchtlingen in Deutschland und Europa, mit den leidenden Menschen in Syrien, Irak und Jemen. Mit den Opfer der Kriege und der Terroranschläge in dieser Welt.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Ihr werdet nicht in das Paradies einkehren, ehe ihr nicht barmherzig zu euresgleichen seid“. Die Gefährten entgegneten selbstgewiss, „Wir sind doch barmherzig zu Unseresgleichen“. Darauf sprach der Prophet die folgenden Worte und wiederholte sie dreimal hintereinander: „Nein, ich meine nicht nur zu Euresgleichen, sondern zu ALLEN MENSCHEN.“

Am 2.7.16 fand in Münster ein Iftar mit dem IGD-Präsidenten und 150 geladenen Gästen. Zeitgleich fand Köln die Auftaktveranstaltung der Initiative Muslime in der Union MIDU statt. 50 geladene Vertreter der muslimischen Community waren gekommen.

Der Sprecher Cihan Sügür (26) sagte: „Ich bin nicht trotz, sondern wegen des „C“ in der Partei. Es verspricht mir Empathie gegenüber religiösen Menschen. Im Koran werden Sie keinen einzigen Widerspruch zu den Zehn Geboten finden. Die Partei verlangt ja auch kein Bekenntnis zum christlichen Glauben, sondern zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Unser Ziel ist es, eine positive Gegenöffentlichkeit zu schaffen, weg von den emotionalen Debatten rund um Kopftuch und Radikalismus. Wir möchten im gemeinsamen Austausch mit der muslimischen Zivilgesellschaft in Deutschland deutlicher machen, was unser Beitrag als Muslime für die Gesellschaft ist und in Zukunft sein kann. Wir wollen die negativen Debatten ablösen mit unseren positiven inhaltlichen Beiträgen für eine bessere Gesellschaft. Denn es gibt sehr viele Beispiele, wo Integration gelungen ist.“

Auch hier konnte man anschließend das Fußball-Krimi, Deutschland-Italien beim Public viewing verfolgen. Es war ein gelungener Abend für ALLE.

Wir wüschen ALLEN ein gesegnetes und friedliches Fest.

Ihr IGD-Vorstand

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