Jahreskonferenz 2015 – Rückblick

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Im Hintergrund zwei große Busse, davor eine enorme Menschenmenge. Frauen, Kinder und Männer, die alle auf der Flucht vor Krieg und Terror sind, kommen und suchen hierzulande nach Hilfe. Solche und ähnliche Bilder sind auf den Nachrichtenkanälen allgegenwärtig. Da sich niemand dieser wichtigen Thematik entziehen sollte und auch die IGD ihren Beitrag zu dieser Debatte leisten möchte, stand ihre 34. Jahreskonferenz unter dem Motto „Flüchtlinge: Chancen und Herausforderungen“ in Berlin statt.

Nach der Eröffnung mit einer Koranrezitation von Fatih Kücük und einem Grußwort von Vizepräsidentin Houaida Taraji folgten die ersten Vorträge und Vorstellungen. Das erste Wort ergriff der Berliner Imam Ferid Heider mit dem Vortrag „Islamische Willkommenskultur – Ein Mythos?“, in dem er zunächst auf die Fluchtursachen nach Europa einging. Er beschrieb im Folgenden, dass es Flucht bereits zur Zeit des Propheten, gab, er selbst sogar von Mekka nach Medina flüchten musste, da er nicht mehr in Sicherheit leben konnte.

Dr. Ahmad El-Khalifa sprach über die bestehenden Probleme der Flüchtlinge und in der Flüchtlingshilfe. Außerdem gab er einen Einblick in die Flüchtlingsgeschichte in Europa und stellte Parallelen auf. Wichtig sei, so Dr. El-Khalifa, auch über die Möglichkeiten zu sprechen, die Flüchtlinge mit sich bringen. So betonte er, dass Flüchtlinge durchaus bereichernd für die Gesellschaft sind, sei es wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Art.
Nach einer musikalischen Darbietung der Anaschied-Gruppe Nabaa folgte ein Vortrag von Ibrahim El-Zayat, ehemaliger Präsident der IGD. El-Zayat sprach über die politische Verantwortung und die Chancen der Gemeinden, sich in der Flüchtlingskrise einzusetzen und einen positiven Beitrag zu leisten. Muslime hätten eine religiöse Verpflichtung, den Neu-Ankömmlingen zu helfen.

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, ging auf die seit dem Jahr 2011 unterlassene Hilfeleistung des Westens beim Syrienkonflikt ein. Erst seit der Flucht der Menschen nach Europa und den Terroranschlägen in Paris, sei das Problem erkannt worden. Er forderte, dass die Weltgemeinschaft sich gegen die Waffenindustrie stellt, die mit ursächlich für solche Krisen sei. Darüber hinaus seien die Anschläge auf Politiker und die Brandanschläge auf Flüchtlingsheime auf das Schärfste zu verurteilen. Nur gemeinsam könne man die Gewalt bekämpfen.

Anschließend stand die Podiumsdiskussion auf dem Programm. Die eingeladenen Gäste waren Prof. Dr. Udo Steinbach, Experte für den Mittleren Osten, Jürgen Grenz, Gründer der Stiftung „Gute-Tat.de“ und Houaida Taraji, ZMD-Vorstand und Vizepräsidentin der IGD. Auf dem Podium wurden Fragen aus dem Publikum aufgenommen und diskutiert.
Die Debatte über die Obergrenze beschäftigte viele. Man war sich einig darüber, dass sich die Menschen in die deutsche Gesellschaft integrieren müssen, um einen sozialen Frieden zu garantieren und einer Entfremdung vorzubeugen.

Das Ende der Veranstaltung wurde mit der Preisverleihung der Sieger des Koranwettbewerbs feierlich abgerundet. Zu jeder Ramadanzeit werden die Wettbewerbsteilnehmer nach Alter in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Die Aufgabe, die es zu lösen gilt ist, sich mit der Bedeutung einer bestimmten Sure auseinander zu setzen und ein Essay darüber zu verfassen und eine mündliche Prüfung zu bestehen.

Auch Imam Mohamed Taha Sabri wurde zur Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin gratuliert. Der Orden gilt als höchste Anerkennung für besondere und herausragende Verdienste für das Land Berlin. Imam Sabri erhält die Auszeichnung für seine langjährige und leidenschaftliche Integrationsarbeit in der deutschen Gesellschaft.  Für die Vermittlung zwischen den Religionen und Kulturen setze er sich stets für Völkerverständigung ein und sei deswegen für viele Menschen in Berlin ein Vorbild.

Die Initiative Haya, eine Hilfsorganisation für Flüchtlinge in Berlin, sowie Islamic Relief präsentierten ihre Hilfsprojekte, unter anderem die Aktion „Speisen für Waisen“ (mehr dazu unter http://speisen-fuer-waisen.islamicrelief.de/home/ )

Der Präsident der IGD, Samir Falah, zog sein Fazit aus der diesjährigen Jahreskonferenz: „Mit dem Thema „Flüchtlinge: Chancen und Herausforderungen“ wollten wir ein Zeichen setzen: diese Thematik ist für die muslimischen Verbände und für den Beitrag der Muslime in Deutschland sehr wichtig . Unsere Botschaft ist, dass viele Chancen in den Herausforderungen stecken. Diese Botschaft zu übermitteln ist uns, denke ich, gelungen. Die Politik kann sich auf die islamischen Verbände als verlässlichen Partner zählen.“

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