IGD

Home / IGD

Wer ist die IGD

Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) mit Sitz in Köln, ist eine unabhängige deutsche Organisation von Musliminnen und Muslimen, die zu den ältesten in Deutschland gehört. Der Grundstein der IGD war mit der Moscheebau-Kommission e.V. gelegt, die in Ermangelung eigener Räumlichkeiten bereits im Jahre 1958 von Studenten aus der islamischen Welt und muslimischen Kriegsflüchtlingen aus Osteuropa in München gegründet worden war.

Mit der Schaffung des Islamischen Zentrums in München im Jahre 1973 gelang es den Gründungsmitgliedern, ihre erste Gebetsstätte, der viele weitere folgen sollten, zu gründen und gleichzeitig eine Vorreiterrolle für die heute mehr als 2500 existierenden Moscheen in Deutschland einzunehmen.

Heute ist die IGD eine der wichtigen deutschsprachigen islamischen Gemeinschaften, die sich für die Ausbildung einer deutschen muslimischen Identität einsetzen und in diesem Bereich wirken. Sie unterhält 12 eigene Moscheen und Gemeindezentren und koordiniert ihre Aktivitäten mit mehr als hundert weiteren Gemeinden.

Wofür steht die IGD

Die IGD steht für die Verinnerlichung des Glaubens an einen Gott als Schöpfer und Erhalter der Welten.

Sag: Er ist Allah, einzig, Allah, der Immerwährende. Nie zeugte Er, und nie ist Er gezeugt, und nie gibt es Ihm Gleiches.(Koran 112:1 – 4)

Um die Ausübung dieses Glaubens zu erleichtern, schafft und fördert die IGD den notwendigen Rahmen.

Die IGD steht weiter für ein ausgewogenes Islamverständnis, das jede Art von Extremismus ablehnt und folgt deshalb dem koranischen Prinzip, dass es keinen Zwang im Glauben gibt. Sie befürwortet eine Interpretation der Quellen des Islams, die die Lebenswirklichkeit von Musliminnen und Muslimen unter Beachtung von Raum und Zeit berücksichtigt.

Mit dem Verständnis des Islams als eine Religion der Mitte setzt sich die IGD ein:

für ein Dialog und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Deutschland, unabhängig von ihrer religiösen oder weltanschaulichen Haltung, Herkunft oder ihres Geschlechts

für die Freiheit des Einzelnen und gleichzeitig eine plurale Gesellschaft im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung

gegen Gewalt, Unterdrückung und Zwang in jeder Form

gegen Extremismus und religiösen Fanatismus

 

Die IGD steht für Integration durch Partizipation. Das ursprüngliche Ziel der Gründungsmitglieder, Gebetsräume für Musliminnen und Muslime zu schaffen, hat mit dem Heranwachsen der zweiten und dritten Generation eine Erweiterung erfahren. Die junge Generation versteht sich nunmehr als praktizierende Musliminnen und Muslime und gleichzeitig als integralen Teil der Gesellschaft und möchte am gesellschaftlichen Leben partizipieren, sie formen und mitgestalten. Hierfür und für die Herausbildung einer neuen Identität, die eine Symbiose deutscher und muslimischer Prägung darstellt, hat sich die IGD von Anfang an stark und mittlerweile zur gelebten Wirklichkeit gemacht: waren die ersten Mitglieder anfangs noch davon überzeugt, zurück in ihre Heimatländer zurückzukehren, ist Heimat für die meisten muslimischen Jugendlichen Deutschland.

Es besteht kein Widerspruch zwischen islamisch und deutsch sein. Unter dem Motto Teil haben Teil Sein möchte die IGD, dass der Islam als Bestandteil und Bereicherung der deutschen Gesellschaft verstanden wird. Die IGD sieht die Mitverantwortung, in Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen, staatlichen Stellen und Initiativen, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Somit tritt die IGD nicht nur dafür ein, dass die Musliminnen und Muslime ihre Bürgerrechte, sondern gleichzeitig ihre Bürgerpflichten auf Grundlage der freiheitlich demokratischen Grundordnung wahrnehmen.

Aktivitäten

Die IGD unterstützt Muslime in ihrer Glaubenspraxis durch vielfältige Aktivitäten. So koordiniert sie die Arbeit ihrer Mitgliedsgemeinden und hilft bei der Ausbildung von Imamen und Seelsorgern, führt durch Bildungs- und Fortbildungsveranstaltungen in den unterschiedlichsten Bereichen durch und unterstützt muslimische Bürger bei der Planung und Umsetzung von Moscheebauprojekten. Sie veranstaltet Jahres- und Jugendkonferenzen, in denen deutschlandweit tausende Muslime und Nichtmuslime zusammenfinden und sich austauschen können.

Da sich die IGD als bereichernden Teil nicht nur für Musliminnen und Muslime, sondern für die Gesamtgesellschaft sieht, organisiert sie in eigener Verantwortung und mit Partnern und Gemeinden Kampagnen und Aktionen zum Kennenlernen, wie Islamwochen, den Tag der offenen Moschee, Moscheeforen, Tee in der Moschee und Auf gute Nachbarschaft. Sie initiiert Ramadanzelte und organisiert Beteiligungen an Blutspendeaktionen und war eine der tragenden Organisationen beim ersten deutschen muslimischen Klimasymposium im Jahre 2015.

Pionierarbeit

Die IGD war und ist mit innovativen Projekten Initiator und Wegbereiter diverser anderer islamischer Strukturen und Institutionen; Mitglieder der IGD und die Institution selbst waren maßgeblich an der Gründung islamischer Einrichtungen in vielen deutschen Städten beteiligt.

Die IGD war auch eine der maßgeblichen „Motoren“ eines islamischen Einheitsprozesses auf deutscher und europäischer Ebene, dem man sich früh verpflichtet fühlte. Schon 1979 beschloss die Mitgliederversammlung der IGD, Persönlichkeiten mit der Schaffung geeigneter Vertretungsstrukturen der Musliminnen und Muslime zu betrauen aus denen später der Zentralrat der Muslime in Deutschland hervorging. Auch bei der Gründung des KRMs (Koordinationsrats der Muslime in Deutschland) spielte die IGD eine unterstützende Rolle.

Auf europäischer Ebene war die IGD 1984 Gründungsmitglied der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) und hat dort bis heute relevante Führungsfunktionen inne.

Die IGD hat früh die Wichtigkeit von Bildung erkannt und 1974 die erste deutsch-muslimische Grundschule in München in einer Zeit gegründet, in der Islamunterricht an deutschen Schulen noch undenkbar war.

Die IGD ist ferner die erste muslimische Organisation mit Frauen in verantwortlichen Vorstandspositionen.

Start typing and press Enter to search